Systemische Organisationsentwicklung

Organisationsentwicklung, die bewegt - für Menschen, die gestalten wollen.

 

Unsere Arbeitswelt befindet sich im Wandel und mit ihr die Anforderungen an Führung, Zusammenarbeit und Unternehmenskultur. Zukunftsfähige Organisationen brauchen mehr als nur effiziente Prozesse: Sie brauchen Menschen, die gemeinsam gestalten, mitdenken und Verantwortung übernehmen.

 

Genau hier setzt Systemische Organisationsentwicklung an: Sie schafft Raum für echtes Miteinander, stärkt Teams und Organisationen nachhaltig und ermöglicht bewusste, wirksame Veränderung.

 

Ob als Organisation auf der Suche nach fundierter Begleitung oder als Mensch, der OE-Kompetenz aufbauen möchte: FITyourMIND bietet dir deine Lern- und Entwicklungswelt für richtig gute Zusammenarbeit.

Wie kann ich euch helfen?

Wir möchten unsere Organisation bewusst gestalten, unseren Veränderungsprozess professionell begleiten und uns dazu beraten lassen.

Wir haben einen aktuellen Workshopanlass (Retro, Teamentwicklung, ...) oder konkreten Weiterbildungs-bedarf und suchen eine passende Moderation, Teamcoach oder Trainerin.

Ich möchte mich selbst weiterentwickeln und suche Onlinekurse rund um Organisationsentwicklung, Kulturwandel, Change und Workshopmoderation.

Jetzt zum Newsletter anmelden und den "Feelgood Management Report" kostenlos als PDF erhalten:

Zum Newsletter
Die neuesten Blogartikel
Unternehmenskultur verstehen: Das 3-Ebenen-Modell nach Edgar Schein
 

Das 3-Ebenen-Modell von Edgar Schein gilt als eines der grundlegendsten Konzepte zur Beschreibung von Unternehmenskultur. Schein betrachtet Kultur nicht als oberflächliches Phänomen, sondern als ein vielschichtiges Konstrukt, das er in drei Ebenen unterteilt.

 

Jetzt das ganze Modell als Video anschauen:

 

 

Der US-amerikanische Sozialwissenschaftler und Professor Edgar Henry Schein (1928–2023) gilt als einer der bedeutendsten Pioniere der Organisationspsychologie. Er wird oft als „Vater der Unternehmenskultur“ bezeichnet, da er das Thema von einer rein abstrakten Management-Theorie in ein greifbares, strukturiertes Modell überführte.

 

 

Die drei Ebenen der Unternehmenskultur

 

 

 

Ebene 1: Sichtbare Artefakte

 

Dies ist die oberste, unmittelbar beobachtbare Ebene. Sie umfasst alles, was man sieht, hört und fühlt, wenn man eine Organisation betritt:

 

  • Büroarchitektur & Layout: Das Design und die Anordnung der Büroräume bis hin zur verwendeten Technologie sowie sichtbare Logos. (Beispiel: Ein komplett offenes Loft-Büro mit Sitzsäcken vs. ein traditionelles Gang-System mit schweren Holztüren)

 

  • Verhaltensweisen & Interaktion: Die Art und Weise, wie Mitarbeitende miteinander interagieren und kommunizieren. (Beispiel: Duzen über alle Hierarchieebenen hinweg vs. konsequentes Siezen und E-Mails über den Dienstweg)

 

  • Unternehmensrituale: Feste, Feiern und andere kulturelle Praktiken. (Beispiel: Freitägliches "Beer & Pizza" vs. formelle Jubiläumsehrungen beim jährlichen Sommerfest)

 

Die Herausforderung: Artefakte sind zwar leicht zu beobachten, aber nicht immer einfach oder korrekt zu interpretieren. Ein offenes Bürokonzept kann genauso für Transparenz stehen wie es mehr Kontrolle bzw. Überwachung bedeuten kann.

 

Merke: Artefakte sind vieldeutig; wer nur an der Oberfläche kratzt, läuft Gefahr, die Kultur völlig falsch zu verstehen.

 

Tipp / Kultur-Hack: Wenn du ein Unternehmen betrittst, achte einmal bewusst darauf, welche kulturellen Merkmale du beobachten kannst. Gerade zu Beginn eines neuen Jobs oder beim ersten Besuch in den "heiligen Hallen" lässt sich viel über die Kultur nach außen wahrnehmen.

 

 

Ebene 2: Teilweise sichtbare, kommunizierte Werte

 

Unter den Artefakten liegen die Strategien, Ziele und Philosophien. Das ist das, was das Unternehmen nach außen und innen über sich sagt, also das „Soll-Profil“. Es umfasst die bekundeten Werte einer Organisation, die als Überzeugungen und Prinzipien das Handeln der Mitglieder leiten sollen. Diese Werte können explizit (z. B. Leitbilder wie „Der Kunde ist König“) oder implizit (durch Gruppennormen) ausgedrückt werden.

 

Beispiel am Wert "Innovation":

 

  • In einer Digital-Agentur: „Wir hinterfragen den Status Quo täglich und feiern das Risiko.“ Mitarbeitende bekommen 10 % ihrer Arbeitszeit für freie Projekte (wie das berühmte Google-Modell).

  • Im Gegensatz dazu in einem sicherheitsrelevanten Chemiekonzern: „Wir entwickeln die sichersten Lösungen für die Zukunft.“ Innovation darf hier nur innerhalb extrem strenger, zertifizierter Prozesse stattfinden; „einfach mal ausprobieren“ ist strengstens verboten.

 

Beispiel am Wert "Kundenorientierung"

 

  • Bei einem E-Commerce-Riesen: „Der Kunde steht bei uns immer an erster Stelle.“  Kulanz ohne Fragen. Wenn ein Paket verloren geht, wird sofort und ungeprüft Ersatz geschickt.
  • Im Gegensatz dazu bei einem Spezial-Anlagenbauer: „Wir sind der verlässliche Partner für komplexe Spezialwünsche.“  Kundenprojekte werden über Monate hinweg in engen Absprachen maßgeschneidert, auch wenn es für das eigene Unternehmen im Erstaufwand extrem unprofitabel ist.

 

Warum Werte so wichtig sind: Hier merkt man, weshalb klare und eindeutige Werte so hilfreich sind: Sie ermöglichen es Mitarbeitenden, in Alltagssituationen im Sinne der Organisation zu entscheiden, ohne sich in langen Schleifen absichern zu müssen.  

 

Die Herausforderung: Es herrscht oft eine Diskrepanz zwischen den Soll-Werten auf der Website und den tatsächlich gelebten Ist-Werten im Alltag. Das erzeugt meist den größten Frust - insbesondere wenn viel Mühe in Werteprozesse gesteckt wird, aber im Alltag nicht jede*r genauso handelt oder dasselbe darunter versteht. Werteentwicklung muss daher als ein dynamischer Prozess verstanden werden, der sich am täglichen Handeln und Entscheiden misst

 

 

Ebene 3: Unsichtbare oder unbewusste, zugrunde liegende Annahmen

 

Dies ist der Kern der Unternehmenskultur. Es handelt sich um tief verwurzelte Überzeugungen, die so selbstverständlich geworden sind, dass sie nicht mehr hinterfragt werden; der „Autopilot“ der Organisation. Sie bestimmen das Handeln aller Organisationsmitglieder unbewusst und gehen meist aus gemeinsamen Erfahrungen sowie der Lern- und Leidensgeschichte der Organisation hervor.

 

Die Natur des Menschen zeigt sich hier oft in der Gegenüberstellung von Theorie X und Theorie Y (nach McGregor):

 

  • Kontroll-Kultur (Theorie X): „Wenn wir als Führungskräfte nicht alles überwachen, faulenzt das Team. Leistung bedeutet Präsenz.“ Auswirkung: Teufelskreis aus Mikromanagement, Dienst nach Vorschrift, Absicherungskultur und Vertuschen von Fehlern.
  • Vertrauens-Kultur (Theorie Y): „Die Leute wollen einen guten Job machen. Unsere Aufgabe als Führung ist es, Barrieren abzubauen.“ Auswirkung: Aufwärtsstrudel aus Autonomie, Eigenverantwortung, psychologischer Sicherheit und schneller Lernkultur.

 

 

Die Eisberg-Metapher

 

 

Man kann sich dieses Bild wie einen Eisberg vorstellen: Oben, über der Wasseroberfläche, liegen die sichtbaren Artefakte. Die grundlegenden Annahmen liegen tief unter der Wasseroberfläche. In erfolgreichen Organisationsentwicklungsprozessen geht es darum, die Wasseroberfläche etwas zu senken, um bewusst über diese Annahmen zu sprechen und Veränderungen herbeizuführen.

 

 

Die Interdependenz der drei Ebenen

 

Die Ebenen existieren nicht isoliert voneinander, sondern sie beeinflussen, stützen oder blockieren sich gegenseitig.

 

  • Kongruenz (Idealbild): Wenn die tiefe Annahme (z. B. Vertrauen in Mitarbeitende) den kommunizierten Wert (psychologische Sicherheit) erzeugt und dieser im sichtbaren Artefakt (z. B. Vertrauensarbeitszeit, Fehler-Party) gelebt wird, verstärken sich die Ebenen positiv.
  • Inkongruenz (Kulturkonflikt): Wird ein neuer Wert wie „Risikobereitschaft“ ausgerufen und ein bunter Kreativraum eingerichtet, in den Köpfen sitzt aber die tief verwurzelte Annahme „Fehler ruinieren die Karriere“, dann bleibt der Kreativraum leer. Der neue Wert verkommt zur reinen Fassade.

 

 

Fazit & Relevanz für Führungskräfte & Berater*innen

 

Das Modell von Edgar Schein macht deutlich, dass Kulturveränderung niemals nur auf Ebene der Artefakte (wie das Aufstellen eines Kicker-Tischs) funktionieren kann. Bleiben die Grundannahmen unverändert, verpuffen solche Maßnahmen. Echte Transformation muss auch an der Basis, also den zugrunde liegenden Annahmen, wirken.

Über mich

Hi, ich bin Vera Podlinski: Arbeits- und Organisationspsychologin, ausgebildeter systemischer Coach und erfahrene Workshopmoderatorin. Seit inzwischen über zehn Jahren unterstütze ich Menschen und Unternehmen in ihren persönlichen und gemeinsamen Veränderungsprozessen als Beraterin, Coach und Trainerin.

 

Als Autorin schreibe ich über die Gestaltung von Unternehmenskultur, Arbeitszufriedenheit und kreative Zusammenarbeit. In meinen Onlinekursen vermittle ich sowohl fundiertes Wissen aus der Psychologie als auch meine praktische Erfahrung in vielzähligen Kulturwandel- und OE-prozessen.

Jetzt zum Newsletter anmelden, aktuelle Impulse rund um Kulturwandel und Teamentwicklung bekommen und den "Feelgood Management Report" kostenlos als PDF erhalten:

Jetzt zum Newsletter anmelden, aktuelle Impulse rund um Kulturwandel und Teamentwicklung bekommen und den "Feelgood Management Report" kostenlos als PDF erhalten:

Kontakt

Schreib mir eine Nachricht und wir besprechen in einem kostenlosen und unverbindlichen Kennenlerngespräch, wie ich dich bzw. euch unterstützen kann. Ich freue mich auf deine Nachricht!

Name *
Mail *
Nachricht *

FITyourMIND Coaching | Vera Podlinski

c/o IP-Management #17523 | Ludwig-Erhard-Straße 18 | 20459 Hamburg

hallo@fityourmind-coaching.de