13.11.2024 | Nach einer kleinen Sommerpause geht es endlich wieder weiter! Der 8. Feelgood Talk ist da!
Ich spreche diesmal mit der wunderbaren Mandy Mewes nicht nur über ihren beeindruckenden Weg vom Hauptfeldwebel bis zur Feelgood Managerin, sondern wir erfahren auch mehr über ihre Herzensprojekte in den Bereichen Selbstverteidigung für Frauen und Kinder sowie gegen Mobbing an Schulen. Man merkt richtig, wie sehr Mandys Herz dafür schlägt, andere zu (be)stärken!
Und genau das tut sie auch in ihrer Rolle als Feelgood Managerin in Unternehmen. Mandy berichtet im Feelgood Talk von ihrem Ansatz, als Praktikantin zunächst undercover in "Geheimer Mission" in den Unternehmen eingesetzt zu werden als Ausgangspunkt für ihre Analyse und weitere Workshops oder Coachings. Super spannend!
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Der 8. Feelgood Talk mit Mandy Mewes
Vera: "Liebe Mandy, schön, dass du da bist."
Mandy: "Hallo, liebe Vera. Danke, dass ich hier sein darf."
Vera: "Du bist Unternehmensberaterin und Coach. Bevor wir darüber sprechen würde mich erst einmal interessieren, wie dein Weg dahin aussah? Was hat dich zudem gemacht, wer du jetzt bist?"
Mandy: "Ja, ich glaube ich habe eine spezielle Vita, die nicht so alltäglich ist. Gestartet habe ich als Krankenschwester und bin dann in den militärischen Bereich reingerutscht als Militärpolizistin. Da war ich sogar 15 Jahre, und wurde dann übernommen in den Sicherheitsbereich als Betriebsleitung. Zwischendurch habe ich mich vor allem auch im sportlichen und Physio-Bereich weitergebildet. Dann kam meine Tochter auf die Welt und das hat mir auch meine weiche Seite gezeigt. Vorher diese krasse, harte Frau und meine Tochter hat mich ein Stück weit weich gemacht. Das und die Erfahrungen, die ich mitbringe, war auch der Grund, weshalb ich mich dann für die Unternehmensberatung entschieden habe. Ich begleite Unternehmen durch Analyse, Optimierung, Coaching und Feelgood Management. Darin blühe ich auf."
Vera: "Dieser Unterschied von früher "hart und taff" und jetzt eher "weich" - man könnte auch sagen "Vom Hauptfeldwebel zur Feelgood Managerin". Was würdest du sagen, wie passt das zusammen? Und was hast du aus deinem früheren Fokus mitgenommen für die jetzige Arbeit?"
Mandy: "Ich weiß gar nicht, ob ich die Unterschiede da so groß machen würde. Ich glaube auch nicht, dass Feelgood Management "weich" ist. Es wird vielleicht nur als "weich" betitelt, weil es dabei um den Mensch geht und man auch mal Herz zeigen muss und sollte. Wir kümmern uns um den Menschen. Und das habe ich auch vorher getan in meiner Laufbahn, ich habe immer viel mit Menschen gearbeitet, auch beim Militär. Dort geht es ja auch in gewisser Weise darum, den Menschen zu formen. Ich finde es auch wichtig im Feelgood Management, nicht alles zu verweichlichen. Es ist im Gegenteil sogar wichtig, manchmal klare Grenzen zu setzen. Und so lebe ich das auch in meiner jetzigen Tätigkeit: Ich schaue mir den Menschen an, bringe viel Herz, Wertschätzung und viel positives Mindset mit rein und gleichzeitig einen ganz klaren Fokus.
Wenn ich zum Beispiel in einem Unternehmen bin und mit den Mitarbeitenden spreche, dann gebe ich danach auch meine Empfehlung an den CEO oder die Geschäftsführung weiter. Und es ist ganz klar, dass wir die Mitarbeitenden nicht in Watte packen wollen, sondern ihnen einfach ein schöneres Gefühl vermitteln wollen. Wir möchten, dass sie sich wohl fühlen im Unternehmen, aber es geht nicht darum, auf einmal alle Freiheiten zu geben."
Vera: "Du engagierst dich ja auch neben deiner Unternehmenstätigkeit viel, z.B. in den Bereichen Selbstverteidigung für Frauen und Kinder sowie gegen Mobbing an Schulen. Worauf zielen diese Projekte genau ab?"
Mandy: "Ja, das sind meine beiden Herzensprojekte, mit denen ich definitiv nicht reich werde in diesem Leben. Einmal geht es dabei um Selbstverteidigung für Frauen und Kinder im Saarland. Ich habe gesehen, wie hoch der Bedarf da ist in dieser oft ziemlich schlechten Welt da draußen. Und ich möchte die Welt gerne ein bisschen sicherer machen und biete deshalb monatlich Kurse an. Ich möchte auch zeigen, dass wir gar nicht besonders viel körperliche Kraft brauchen, um etwas zu bewegen oder uns zu wehren: Wir können über Hebel oder Schmerzpunkte erreichen, dass ein Aggressor zu Boden geht oder auch einfach, dass er von uns Abstand hält.
Und das zweite Projekt wurde dieses Jahr ins Leben gerufen: Das sind die Safeguard Angels "Stopp-Mobbing an Schulen". Es gibt eine krasse Dunkelziffer in Bezug auf Mobbing, gerade auch an Schulen. Viele Kinder nehmen sich deshalb das Leben, verschwinden plötzlich oder verletzen sich selbst. Dagegen möchten wir vorgehen, aufklären und Prävention betreiben. Wir haben damit jetzt als kleines Team an Schulen im Saarland und Rheinland gestartet."
Vera: "Solche Projekte verfolgt man ja oft aus einer starken, inneren Motivation heraus. Wie verknüpfst du diese Themen mit dem Business und dem Feelgood Management?"
Mandy: "Ich finde, Feelgood Management hat auch viel damit zu tun, Menschen zu stärken. Und genau darum geht es auch bei den Projekten gegen Mobbing oder bei der Selbstverteidigung. Es geht darum, die Menschen zu stärken, ein positives Mindset und den Fokus neu zu setzen. Ich möchte auch Mitarbeitende in Unternehmen nicht bloß motivieren, sondern sie auch stärken."
Vera: "Jetzt unterstützt du als Unternehmensberaterin und Coach unter dem Label "Feel the Optimum" Unternehmen dahingehend, Arbeitsprozesse und Arbeitsbedingungen so aufzustellen, dass sie eine Basis bietet für eine Wohlfühlkultur. Was bedeutet denn für dich eine Wohlfühlkultur?"
Mandy: "Das ist riesen Thema. Was ich in Unternehmen beobachte ist zum Beispiel zum einen, dass oft ein Leitbild fehlt, das auch gelebt wird und das mit Mitarbeitenden auch kennen. Und zum zweiten fehlt oft der Kontakt zwischen Unternehmensführung und den Mitarbeitenden. Es gibt wenig Austausch. Geschäftsführende laufen selten durch die Abteilungen und sprechen die eigenen Mitarbeitenden einfach mal an, wie es ihnen geht. Mitarbeitende werden dann oft auch wenig ins Unternehmen und dessen Entwicklung mit einbezogen. Entscheidungen werden normalerweise immer ganz oben entschieden, vielleicht noch zusammen mit der Etage darunter. Aber die "kleinen" Mitarbeitenden, die ja die wichtigsten Rädchen sind im Unternehmen, die werden oft gar nicht berücksichtigt."
Vera: "Stichwort Leitbild und Verknüpfung von oben nach unten: Wenn es diese Verknüpfung nicht gibt, was denkst du, kann dann ein Leitbild überhaupt funktionieren?"
Mandy: "Nein, überhaupt nicht. Ein Leitbild lebt vom Vormachen. Und das steckt ja schon im Namen: Bei einem LEITbild gibt ja die Leitung ein Bild ab. Da kommt es wieder darauf an, was von ganz oben kommt. Und wenn das, was im Leitbild schön formuliert ist, nicht von der Leitung gelebt wird, dann funktioniert es nicht."
Vera: "Wie gehst du im Unternehmen vor als Unternehmensberaterin?"
Mandy: "Ich gehe oft verdeckt in die Unternehmen. Am besten als Praktikantin, weil man da Einblicke in alle Abteilungen bekommen kann. Ich führe dann einfach Gespräche und die Mitarbeitenden sind oft sehr offen, auch gegenüber fremden oder neuen Personen. So erfahre ich, wie es wirklich im Unternehmen ist und wo die Probleme oder Unzufriedenheiten liegen."
Vera: "Super spannend. Hospitation ist ja auch sehr gängig im Feelgood Management, aber diese "verdeckte Mission" ist noch mal ein neuer Ansatz. Inwiefern empfindest du das als Balanceakt, dabei auch eine gewisse Vertraulichkeit gewährleisten zu können bzw. wie gehst du damit um?"
Mandy: "Es gibt tatsächlich auch sensible Themen, die vertraulich sind. Ich prüfe das mit gezielten Fragestellungen ab. Zum Beispiel frage ich, ob es sich um etwas handelt, was mal an die Geschäftsführung herangetragen werden sollte. Und wenn die Person dann abwinkt, weil es z.B. Ängste gibt, es unangenehm wäre oder etwas auf die Person zurückfallen könnte, dann bleibt diese Information auch bei mir. Aber "normale" oder übergeordnete Themen gehen an die Geschäftsführung."
Vera: "Wir arbeitest du anschließend mit den Infos weiter?"
Mandy: "In den Gesprächen decke ich Herauforderungen auf und dann geht es darum, darauf einen Plan zu machen, was verbessert werden kann. Wenn wir gemeinsam in die "Optimierungsphase" gehen, dann wird häufig kommuniziert, dass eine Analystin da war, welche in die Bereiche geguckt hat, und dann kann man gemeinsam weiter arbeiten."
Vera: "Wir hatten vorhin das Thema Stärkung von Menschen. Inwiefern lässt du das erst in deiner Analyse- und dann in der Optimierungsphase einfließen?"
Mandy: "Ich bin einfach der Mensch dafür, andere in Gesprächen von Anfang an zu bekräftigen und zu stärken. Später, in der Optimierung, passiert das dann strukturierter und intensiver, zum Beispiel durch Führungskräftecoaching, Team-Coaching oder sonstige Team-Maßnahmen. Es kommt aber immer auf die Personen selbst an. Es gibt einfach Menschen, die eine extra Portion Stärkung brauchen, um ein positives Mindset entwickeln zu können. Da geht es dann wieder eher um Einzelgespräche."
Vera: "Ich bringe immer eine Frage aus dem letzten Feelgood Talk mit. Und Juliane Felsch hat gefragt: Welches Tool verwendest du am liebsten in Unternehmen und warum?"
Mandy: "Was ich persönlich liebe - und auch lieben würde, wenn ich in einem Unternehmen arbeiten würde - ist ein monatlicher Kaffeeklatsch. Also ein Austausch, z.B. abteilungsweise oder sogar unternehmensweit. Vielleicht auch als Brunch zu Brezeln und Kaffee, bei dem man sich mit der Geschäftsführung oder den Führungskräften austauschen kann. Dabei könnten zum Beispiel auch anonyme Fragen eingereicht und besprochen werden. Das kann natürlich auch digital übertragen werden. Aus meiner Sicht birgt so etwas eine rießengroße Wertschätzung für die Einbindung der Mitarbeitenden."
Vera: "Was würdest du anderen Feelgood Manager*innen mit auf den Weg geben?"
Mandy: "Immer aufs Herz hören. Das sollte kein*e Feelgood Manager*in vergessen. Und: Sieh die Menschen und ihre Herzen."
Vera: "Ein super schönes Abschlusswort. Danke dir, liebe Mandy, dass du beim achten Feelgood Talk dabei warst!"
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