19.03.2025 | Wieso verlaufen manche Gespräche harmonisch und zielgerichtet, während andere immer wieder in Missverständnissen oder Konflikten enden? Eine zentrale Antwort auf diese Frage bietet die Transaktionsanalyse – ein effektives Modell, das Kommunikation bewusster und erfolgreicher gestalten kann. In diesem Beitrag stelle ich dir vor, was die Transaktionsanalyse ist und wie du sie nutzen kannst, um die Kommunikation in deinem Team zu verbessern.
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Hintergrund zur Transaktionsanalyse: Eric Berne
Die Transaktionsanalyse wurde von Eric Berne (1910-1970), einem kanadischen Psychiater, entwickelt. Berne war ein Pionier in der psychoanalytischen Theorie und erweiterte das Verständnis menschlicher Störungen um den Aspekt der zwischenmenschlichen Intuition. Ein entscheidender Punkt seiner Arbeit war die Bedeutung davon „richtig zuzuhören“, wobei er auch die Kommunikationsmuster der Menschen als Teil ihrer Persönlichkeitsstruktur betrachtete. Aus diesen Beobachtungen entstand das Modell der Transaktionsanalyse.
Das Modell hilft uns, typische Kommunikationsmuster zu erkennen und gezielt zu verbessern. Es zielt darauf ab, dass Menschen ihre eigene Wahrnehmung reflektieren, analysieren und bei Bedarf verändern können.
Die drei Ich-Zustände
Bevor wir uns mit den spezifischen Kommunikationsmustern beschäftigen, ist es wichtig, einen Blick auf die zugrunde liegende Persönlichkeitsstruktur zu werfen. Eric Berne stellte fest, dass wir in der Kommunikation zwischen verschiedenen Ich-Zuständen wechseln. Diese drei grundlegenden Ich-Zustände sind:
Im Eltern-Ich sprechen wir aus Erfahrung und übernommenen Werten. Es kann sich in zwei Varianten zeigen: Fürsorglich: Eine Führungskraft zeigt sich besorgt und gibt einen Rat, wie zum Beispiel: „Pass auf dich auf, arbeite nicht zu viel!“ Kritisch: Hier wird bevormundend oder autoritär kommuniziert, z.B. „Das macht man so nicht!“
Diese Zustände lassen sich leicht an verschiedenen Kommunikationsmerkmalen erkennen – zum Beispiel an Wortwahl, Tonfall, Mimik, Gestik und Körpersprache.
Transaktionen
Nach Bernes Beobachtungen greift jeder Mensch in der Kommunikation je nach Konstellation auf diese drei Ich-Zustände zurück, indem er beispielsweise ermahnt, moralisiert oder sich besorgt zeigt (Eltern-Ich), auf Tatsachen hinweist und sie begründet (Erwachsenen-Ich) oder sich auflehnt oder anpasst, uneinsichtig ist oder albern (Kind-Ich). Dabei sind wir uns dieser Verhaltensmuster meist nicht bewusst.
Innerhalb eines Gespräches können wir auch zwischen diesen Ebenen wechseln. Wenn zwei Personen miteinander reden, agieren sie wiederum beide aus den verschiedenen Ich-Zuständen heraus. Das Wechselspiel von Ansprache und Reaktion aus den verschiedenen Ich-Zuständen ist die Transaktion.
Also: Eine Transaktion beschreibt stattfindende Kommunikation: das bewusste und unbewusste Austauschgeschehen zwischen Menschen und ihrer Umwelt, sowohl verbal als auch nonverbal. Dieses Spiel an Aussagen, Ansprachen und Reaktionen kann man sich anschauen und analysieren – Transaktionsanalyse.
Dabei gibt es verschiedene Muster, die wir beobachten können:
Beispiel 1: Person A spricht aus dem Eltern-Ich
Situation: Eine Führungskraft (Eltern-Ich) spricht mit einer Mitarbeitenden (Kind-Ich):
Beispiel 2: Person A spricht aus dem Kind-Ich
Hier gibt es oft zwei typische Varianten:
Variante 1: Beide im Kind-Ich (rebellisch oder jammernd)
Variante 2: Kind-Ich trifft auf Eltern-Ich (bevormundend oder tröstend)
Beispiel 3: Person A spricht aus dem Erwachsenen-Ich
In diesem Fall kann Person B unterschiedlich reagieren:
Kommunikationsachsen: Wann klappt Kommunikation, wann nicht?
In der Transaktionsanalyse betrachten wir auch, wie gut die Kommunikation in verschiedenen Situationen funktioniert. Dabei werden verschiedene Arten der Kommunikation unterschieden:
Der Nutzen der Transaktionsanalyse für dein Team
Die Transaktionsanalyse bietet viele Vorteile, wenn du sie bewusst in deiner Kommunikation einsetzt. Du wirst in der Lage sein...
Ein gezielter Wechsel zwischen den Ich-Zuständen kann helfen, eingefahrene Muster zu durchbrechen und eine konstruktive, gleichwertige Kommunikation zu fördern. Wenn du bemerkst, dass du häufig im Kind- oder Eltern-Ich agierst, versuche, bewusst ins Erwachsenen-Ich zu wechseln. Das kann nicht nur Missverständnisse reduzieren, sondern auch zu einer besseren Zusammenarbeit führen.
Reflexionsfragen zur Anwendung in Workshops
Wenn du das Modell in deiner Kommunikation oder im Team anwenden willst, dann stell dir oder deinem Team doch mal diese Fragen:
Fazit
Die Transaktionsanalyse ist ein wertvolles Modell, um Kommunikation zu beobachten, zu reflektieren und langfristig zu verbessern. Sie hilft uns, die eigenen Kommunikationsmuster zu erkennen und gezielt zu verändern. Wenn du in deinem Team die Transaktionsanalyse anwendest, kannst du Missverständnisse reduzieren, Konflikte vermeiden und die Zusammenarbeit auf ein neues Niveau heben.
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