Systemische Organisationsentwicklung und OE-Lernwelt
Organisationsentwicklung, die bewegt - für Menschen, die gestalten wollen.
Unsere Arbeitswelt befindet sich im Wandel und mit ihr die Anforderungen an Führung, Zusammenarbeit und Unternehmenskultur. Zukunftsfähige Organisationen brauchen mehr als nur effiziente Prozesse: Sie brauchen Menschen, die gemeinsam gestalten, mitdenken und Verantwortung übernehmen.
Genau hier setzt Systemische Organisationsentwicklung an: Sie schafft Raum für echtes Miteinander, stärkt Teams und Organisationen nachhaltig und ermöglicht bewusste, wirksame Veränderung.
Ob als Organisation auf der Suche nach fundierter Begleitung oder als Mensch, der OE-Kompetenz aufbauen möchte: FITyourMIND bietet dir deine Lern- und Entwicklungswelt für richtig gute Zusammenarbeit.
Wir haben einen aktuellen Workshopanlass (Retro, Teamentwicklung, ...) oder konkreten Weiterbildungs-bedarf und suchen eine passende Moderation, Teamcoach oder Trainerin.
Ein Blick auf die Ergebnisse der aktuellen Umfrage
In diesem Beitrag nehme ich dich mit in die Ergebnisse der Umfrage zum dritten Feelgood Management Report.
Der Report basiert auf den Erfahrungen von Menschen, die sich tagtäglich mit Kulturarbeit, Wertschätzung, Wohlbefinden und Partizipation in Organisationen beschäftigen. Ziel ist es, sichtbar zu machen, welche Themen, Herausforderungen und Entwicklungen das Feelgood Management im Jahr 2025 geprägt haben.
Wenn dich die Ergebnisse im Detail interessieren, melde dich zu meinem Newsletter an und erhalte den Report als PDF zugeschickt. Hier findest du ebenfalls die vorherigen Reports zum direkten Download.
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Was bedeutet Feelgood Management?
Feelgood Management umfasst alle Initiativen in Organisationen und Unternehmen, die darauf abzielen, mehr Wertschätzung, mehr Wohlbefinden und mehr Partizipation im System zu verankern. Unterschiedliche Rollen im System (intern wie extern) tragen dazu bei, diese Themen voranzubringen.
Die Idee zum Feelgood Management Report entstand vor einigen Jahren aus der Frage heraus: Welche Themen bewegen Menschen im Feelgood Management eigentlich wirklich? Wo liegen die größten Herausforderungen und was wirkt erfolgreich? Inzwischen liegt die Auswertung bereits zum dritten Mal vor.
Wer hat an der Umfrage teilgenommen?
Insgesamt haben 30 Personen an der Umfrage teilgenommen. Für eine qualitative Erhebung, bei der viele Teilnehmende ausführliche Antworten und ganze Sätze formuliert haben, ist das eine beachtliche Zahl. Gleichzeitig ist wichtig: Die Ergebnisse lassen sich nicht pauschal auf alle Organisationen übertragen. Sie zeigen ein Stimmungsbild dieser 30 Personen mit vielen Überschneidungen zu dem, was auch andere aus ihrer Praxis kennen dürften.
Wie auch in den Vorjahren zeigt sich eine deutliche Mehrheit weiblicher Teilnehmender im Feelgood Management. Der Altersdurchschnitt ist im Vergleich zum letzten Jahr leicht gestiegen von 47 auf 48 Jahre. Neu hinzugekommen ist zudem die Altersgruppe der über 60-Jährigen; die älteste teilnehmende Person war 67 Jahre alt.
Diese Verteilung deutet darauf hin, dass Feelgood Management häufig von Menschen übernommen wird, die bereits über Berufs- und Lebenserfahrung verfügen. Es ist selten ein klassischer Einstiegsjob. Viele berichten, dass sie sich erst nach eigenen Erfahrungen mit Unzufriedenheit, Dysfunktionalität oder fehlender Wertschätzung bewusst für diesen Weg entschieden haben.
Rollenverständnis und Arbeitskontexte
Ein spannender Blick gilt auch dem Rollenverständnis:
Der Anteil der Personen, die zu 100 % als Feelgood Manager*innen angestellt sind, ist von 21,1 % auf 10 % gesunken.
Gleichzeitig ist der Anteil der Personen gestiegen, bei denen Feelgood Management Teil einer kombinierten Rolle ist (z. B. Kultur & Entwicklung): von 42,1 % auf über 46 %.
Das zeigt: Feelgood Management ist weiterhin häufig kein eigenständiger Vollzeitjob, sondern in hybride Rollen eingebettet.
Auffällig ist zudem eine Verschiebung der Perspektive. Während im letzten Jahr viele Teilnehmende aus dem HR-Bereich kamen, waren es dieses Jahr deutlich mehr externe Rollen wie Trainer*innen, Berater*innen oder Coaches.
Auch der Anteil der Selbstständigen ist gestiegen von 26 % auf über 36 %. Das bedeutet nicht automatisch, dass Feelgood Management grundsätzlich in die Selbstständigkeit „abwandert“. Bei der kleinen Stichprobe ist Vorsicht geboten. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass externe Rollen oft als wirksamer erlebt werden, weil sie mit mehr Distanz, Klarheit und Einflussmöglichkeiten ins System kommen.
Die zentralen Themen 2025
Zu Beginn der Umfrage wurde offen gefragt: Welche Themen sind euch im Jahr 2025 im Feelgood Management begegnet?
Während im Vorjahr Mental Health das dominierende Thema war, rutschte es 2025 auf Platz drei. Zwei andere Themen wurden jeweils von 40 % der Befragten als besonders prägend genannt: "Change und Unsicherheit" und "Kommunikation & Transparenz"
1. Change & Unsicherheit
2025 wurde von vielen als Jahr massiver Unsicherheit beschrieben. Genannt wurden unter anderem:
Arbeitsplatzabbau und Entlassungen
Verkauf an Investor*innen
Wechsel in Führungsspitzen
tiefgreifende strukturelle Veränderungen
Einige sprachen sogar vom spürbaren „Tod von New Work“. Die Feelgood Manager*innen berichteten von Chaos, Überforderung und einem deutlichen Vertrauensverlust. Zentrale Themen waren Angst vor Jobverlust, psychologische Sicherheit und der Wunsch nach Stabilität.
Zusätzlich erschwerten politische und globale Entwicklungen die Arbeit. Neue Führungskräfte standen Konzepten wie Feelgood Management teilweise kritisch gegenüber, was die Rolle schwächte. Hinzu kamen steigender Regulierungsdruck, Fremdbestimmung und das Gefühl, kaum noch gestaltend wirken zu können.
Insgesamt stand 2025 für viele im Zeichen von Angst, Instabilität und strukturellem Umbruch.
2. Kommunikation & Transparenz
Ebenfalls 40 % der Befragten nannten Kommunikation und Transparenz als zentrales Hot Topic.
Genannt wurden:
unklare oder fehlende Informationsprozesse
mangelnde Transparenz bei Entscheidungen
deutliche Kommunikationsdefizite
Diese Lücken führten zu Spannungen, Energieverlust und Unsicherheit. Gleichzeitig wuchs der Wunsch nach ehrlicher, respektvoller und konsistenter Kommunikation - im Team, durch Führungskräfte und auf Organisationsebene.
Psychologische Sicherheit im Feedback war häufig nicht gegeben. Entsprechend lag ein Fokus auf wertschätzender Kommunikation und funktionierender Feedbackkultur.
Was wurde konkret umgesetzt? Die Top 5 Themen
Im nächsten Schritt bewerteten die Teilnehmenden, in welchen Themen sie tatsächlich aktiv geworden sind von „gar nicht umgesetzt“ bis „viel umgesetzt“.
Die Top 5 Topics im Feelgood Management 2025 sind dieselben wie im Vorjahr, allerdings mit veränderter Reihenfolge an der Spitze: Jetzt auf der eins ist das Thema "Austausch, Netzwerk & Kooperation", währen "Als Team zusammenwachsen" auf Platz zwei gerutscht ist (weitere Top-Themen siehe Report)
Auffällig: Alle Top-5-Themen haben im Vergleich zum Vorjahr an Umsetzungsintensität verloren. Es wurde insgesamt weniger umgesetzt.
Deutliche Rückgänge bei bestimmten Themen
Besonders starke Abnahmen zeigten sich bei:
Identifikation mit dem Unternehmen (−30 %)
Moderne Führung (−27 %)
Moderne Strukturen (−18 %)
Gerade das Thema Führung ist bemerkenswert, da Führungskräfte zentrale Hebel für Kulturarbeit sind. Eine mögliche Deutung: In Zeiten hoher Unsicherheit fokussieren sich Organisationen stärker auf operative Stabilisierung, während langfristige Kultur- und Identitätsthemen in den Hintergrund treten.
Größte Herausforderungen 2025
Als die größten Herausforderung nannten 47 % der Befragten Umstrukturierung, Kürzungen und Wertewandel. Beschrieben wurden:
Dauerkrisenmodus
knappe Ressourcen
Abbau von Kultur- und Diversity-Maßnahmen
permanentes Feuerlöschen
Viele Mitarbeitende erleben schwindende Wertschätzung, zunehmende Kontrolle, Leistungsdruck und Micromanagement. Parallel laufende Change-Prozesse führen zu Veränderungsmüdigkeit. Interne Kulturverantwortliche erleben ihre Wirksamkeit häufig als begrenzt.
Gleichzeitig bremsen wirtschaftliche Unsicherheiten Investitionen in Kultur, obwohl diese gerade jetzt entscheidend wären, um Mitarbeitende zu binden und Fachkräfte zu gewinnen.
Ein persönlicher Blick
Die Auswertung hat mir insgesamt eine deutlich düsterere Stimmung vermittelt als in den Jahren zuvor. Viele Antworten spiegeln Erschöpfung, Bitterkeit oder ein Gefühl von Ohnmacht wider. Kulturarbeit scheint aktuell oft schwerer „durch die Tür“ zu bringen als noch vor einigen Jahren.
Und dennoch: Genau deshalb möchte ich dazu einladen, den Blick nicht nur auf das Schwierige zu richten. Welche kleinen Erfolge gibt es? Wo entsteht Wirksamkeit, vielleicht im Kleinen? Was gibt Zuversicht, auch in herausfordernden Zeiten dranzubleiben?
Genau dazu finden sich vielzählige Ideen, Formate und Umsetzungsstrategien im Report!
Was dich im vollständigen Report erwartet
Der Feelgood Management Report 2026 enthält:
konkrete Maßnahmen und Formate aus der Praxis
Storys und Best Practices anschaulicher Beispiele
Erfolgsfaktoren für wirksames Feelgood Management
erstmals: Einblicke zu digitalen Formaten und KI in der Kulturarbeit
Feelgood Hacks & Tipps aus der Community
Ziele und Ausblicke für 2026
Lass uns in den Austausch kommen
Der Report soll keine fertigen Antworten liefern, sondern zum Nachdenken und Diskutieren einladen. Welche Gedanken hast du zu den Ergebnissen? Was erlebst du in deiner Organisation oder in deiner Arbeit?
Ich freue mich über Austausch z.B. auf LinkedIn oder in den Kommentaren auf YouTube.
Gemeinsam bleiben wir dran! Für eine Arbeitswelt, die menschlicher, wertschätzender und tragfähiger ist.
Über mich
Hi, ich bin Vera Podlinski: Arbeits- und Organisationspsychologin, ausgebildeter systemischer Coach und erfahrene Workshopmoderatorin. Seit inzwischen neun Jahren unterstütze ich Menschen und Unternehmen in ihren persönlichen und gemeinsamen Veränderungsprozessen als Beraterin, Coach und Trainerin.
Als Autorin schreibe ich über die Gestaltung von Unternehmenskultur, Arbeitszufriedenheit und kreative Zusammenarbeit. In meinen Onlinekursen vermittle ich sowohl fundiertes Wissen aus der Psychologie als auch meine praktische Erfahrung in vielzähligen Kulturwandel- und OE-prozessen.
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